Erfolgreicher Start: Halbstundentakt auf der Ermstalbahn zwischen Bad Urach und Metzingen ab dem Fahrplanwechsel

Der Halbstundentakt auf der Ermstalbahn zwischen Bad Urach und Metzingen kann nach Inbetriebnahme zweier neuer Elektronischer Stellwerke in Metzingen und Dettingen (Erms) am Montag, 15. Dezember 2025 beginnen. „Unsere Mitarbeitenden und die beauftragten Unternehmen haben alle notwendigen Arbeiten fristgerecht abgeschlossen. Die Fahrgäste können die Ermstalbahn nun unter der Woche alle dreißig Minuten nutzen“, freut sich Harald Fechter, Geschäftsführer der RSBNA Erms-Neckar-Bahn Schieneninfrastruktur GmbH (RSBNA SI GmbH). Seit Mitte 2024 hat die RSBNA SI GmbH die für den dichteren Takt erforderlichen Arbeiten an Gleisen, Bahnübergängen, Bahnsteigen, Oberleitungen und am neuen Elektronischen Stellwerk (ESTW) in Metzingen koordiniert und umgesetzt. Parallel wurde auch für die Ermstalbahn ein ESTW errichtet und in Betrieb genommen.

Abschluss aller Bauarbeiten für den Halbstundentakt

Zwischen August und Oktober sowie während der Sperrpause im Dezember 2025 wurden die letzten Infrastrukturbausteine fertiggestellt. Dazu zählen:

  • Fertigstellung und Einbindung des neuen Gleis 4 im Bahnhof Metzingen in das ESTW
  • Einbau zusätzlicher Weichen
  • Anpassung der Oberleitung an den neuen Spurplan
  • Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik entlang der gesamten Ermstalbahn und im Bahnhof Metzingen
  • Inbetriebnahme der neuen ESTW im Bahnhof Metzingen und im Ermstal
  • Fertigstellung des neuen, vollständig barrierefreien Bahnsteigs an Gleis 4 im Bahnhof Metzingen
  • Erneuerung eines Bahnübergangs in Bad Urach

Der Kreuzungsbahnhof Dettingen-Gsaidt ist eine der baulichen Voraussetzungen dafür, dass im Ermstal nun jede halbe Stunde ein Zug verkehren kann.

Geschlossene Bahnschranken am Fußgänger-Bahnübergang in Dettingen-Gsaidt während einer Testfahrt am Freitag, 12.12.2025. Copyright: Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb
Eine der ersten Zugkreuzungen im Kreuzungsbahnhof Dettingen-Gsaidt auf der Ermstalbahn nach dem Fahrplanwechsel am Sonntag, 14.12.2025. Copyright: Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb

Neuer Fahrplan bringt mehr Angebot und bessere Anschlüsse

Mit dem neuen Fahrplan verkehrt die Ermstalbahn von Montag bis Freitag zwischen 05:21 und 20:21 Uhr im Halbstundentakt, am Abend und am Wochenende im Stundentakt.

  • In Bad Urach bestehen abgestimmte Anschlüsse an die regionalen Buslinien in Richtung Münsingen und Römerstein.
  • In Metzingen haben Fahrgäste mit jedem Zug einen guten Anschluss an die Regionalzüge in Richtung Stuttgart und umgekehrt.
  • Die Züge aus Bad Urach fahren von Metzingen über Reutlingen weiter bis Tübingen.

„Mit der Ermstalbahn ist nun die zweite Bahnstrecke in der Region für den durchgängigen Halbstundentakt im Netz der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb ertüchtigt. Das ist ein großer Meilenstein für das Gesamtprojekt und zeigt, was wir hier gemeinsam erreichen können. Dieser Erfolg ist uns ein Ansporn für die nächsten Schritte.“
Eugen Höschele, Aufsichtsratsvorsitzender, RSBNA Erms-Neckar-Bahn Schieneninfrastruktur GmbH

„Der Halbstundentakt verbessert den Zugverkehr im Ermstal spürbar und stellt einen weiteren wichtigen Fortschritt für das Gesamtprojekt Regional-Stadtbahn dar. Davon profitieren Pendlerinnen und Pendler ebenso wie die gesamte Region.“
Dr. Ulrich Fiedler, Landrat, Landkreis Reutlingen

„Durch den künftig halbstündigen Takt der Ermstalbahn verbessert sich die Erreichbarkeit Metzingens deutlich. Pendlerinnen und Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Besucher aus dem gesamten Ermstal können wesentlich flexibler nach Metzingen gelangen. Die Stadt liegt an der Schnittstelle zwischen dem Ermstal und der Hauptachse in Richtung Stuttgart, Plochingen und Reutlingen. Bessere Anschlüsse erleichtern Umstiege, erhöhen die Zuverlässigkeit und vernetzen Metzingen noch stärker innerhalb der Region.“
Carmen Haberstroh, Oberbürgermeisterin, Stadt Metzingen

„Mit dem Halbstundentakt erhalten wir eine staufreie und zuverlässige Anbindung nach Metzingen, Reutlingen und Tübingen – und endlich auch wieder einen funktionierenden Anschluss in Richtung Stuttgart. Es ist beeindruckend, was die Ermstalbahn und die Menschen dahinter seit mehr als dreißig Jahren für die Stärkung der Schiene im Ermstal leisten.“
Elmar Rebmann, Bürgermeister, Bad Urach

Kosten und Finanzierung

Die bisherigen Baukosten für die Elektrifizierung der Ermstalbahn und die für den Halbstundentakt erforderlichen Maßnahmen in Metzingen und im Ermstal belaufen sich auf rund 23,5 Millionen Euro. Diese werden größtenteils mit Fördermitteln des Bundes und des Landes aus dem GVFG-Bundesprogramm finanziert. Die verbleibenden Kosten tragen die Mitglieder des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb nach dem vereinbarten Finanzierungsschlüssel. Über den Landkreis Reutlingen sind die Ermstal-Gemeinden an der Finanzierung beteiligt.

„Auf einer historischen Strecke entsteht ein gut getaktetes ÖPNV-Angebot. Das ist klimafreundliche Mobilität. Es ist beeindruckend, wie mithilfe der Fördermittel von Land und Bund wichtige Infrastrukturprojekte wie die Regional-Stadtbahn Neckar-Alb erfolgreich umgesetzt werden. Solche Projekte sind ein Vorbild für andere Regionen und müssen gefördert werden.“
Winfried Hermann, Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg

Weitere Schritte

Mit der Auslieferung der neuen TramTrains ab Ende der 2020er Jahre werden die heutigen Züge der Ermstalbahn schrittweise ersetzt. Die Linie wird dann als Regional-Stadtbahn-Linie S6 von Bad Urach über Metzingen nach Reutlingen und – mit dem weiterem Netzausbau – durch die Reutlinger Kernstadt bis Pfullingen verkehren.

„Es ist schön zu sehen, wie sich die Bürgerbahn zu einem wichtigen Bestandteil der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb entwickelt. Wir sind stolz, als ENAG den Weg für diese moderne und leistungsfähige Verbindung geebnet zu haben.“
Martin Uhlig, Aufsichtsratsvorsitzender, Erms-Neckar-Bahn AG

Meilensteine der Ermstalbahn als Teil der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb

Zwischen 2019 und Ende 2022 wurde die Ermstalbahn von Bad Urach bis Metzingen ausgebaut und elektrifiziert. Dabei entstand in Dettingen-Gsaidt ein neuer Kreuzungsbahnhof. Der elektrische Betrieb wurde zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 aufgenommen.

Ab 2022 folgten im Bahnhof Metzingen der Bau von Gleis 4 und des neuen Elektronischen Stellwerks sowie der barrierefreie Ausbau durch Bahn und Stadt im Rahmen des Bahnhofsmodernisierungsprogramms II des Landes und der Deutschen Bahn.

Mitte 2024 übernahm der Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb von den Landkreisen Reutlingen und Tübingen die Projektsteuerung für die Fertigstellung von Modul 1. Mit Gründung der RSBNA Erms-Neckar-Bahn Schieneninfrastruktur GmbH ging Mitte 2024 die Verantwortung für die noch offenen Infrastrukturbausteine von der ENAG auf die neue Gesellschaft über, die diese nun erfolgreich abgeschlossen hat.

Ihr Kontakt zur Pressestelle:
Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Andrea Müller
Telefon: 07473 91892-45
E-Mail: presse@regional-stadtbahn.de

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